© AACB, Foto: R.Vogler, Berner Alpenpanorama vom Niederhorn BE
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Breithorn Chervet-Rippe directe am 7./8. August 2016

Spätnachmittags erreichen wir am Sonntagabend die Schmadrihütte. Bereits ist eine SAC Gruppe mit Bergführer in der Hütte. Wie schön für uns, dass wir das neue Clubzimmer testen können.
Noch vor Einbrechen der Dunkelheit werfen wir einen Blick über die westlich der Hütte liegende Moräne und studieren unsere Route. Wird die Chervet-Rippe direkt über das Nordostbollwerk angegangen, klettert man nie unterhalb des eisschlaggefährdeten Breithorngletschers.

Nach einer ausgezeichneten Nacht auf guten Matratzen verlassen wir nach einem italienischen Espresso (!) gegen vier Uhr das Clubstübli, queren das Gletschervorfeld des Hinteren Schmadrigletschers und gelangen auf den Breithorngletscher. Problemlos überwinden wir den Bergschrund und können, anfangs seilfrei, in leichter Kletterei und wunderbarem Gneis die Chervet-Rippe emporklettern.
Bevor man das rechte Ende des Oberen Breithorngletschers erreicht, wechselt das Gestein von Gneis zu Kalk.

Leider wird ab hier die Kletterei etwas anspruchsvoller, nicht unbedingt technisch, aber jedenfalls psychisch. Andere würden schreiben, es sei brüchig. Nach dem Durchstieg des Oberen Breithorngletschers (Normalzustieg von links auf Rippe) erreichen wir über Schutt- und Sandbänder wieder die nun etwas weniger und steiler werdende Chervet-Rippe.

Glücklicherweise treffen wir ab hier Neuschnee an, dieser trägt sichtlich dazu bei, das wir kaum Steinschlag antreffen. Wir seilen uns an und nehmen die nun interessante Kletterei in Angriff. Die Wegfindung ist nicht immer einfach mit dem Neuschnee, jedoch äussert spannend. Auch die Felsqualität wird im oberen Teil - dank Wechsel zu Gneis - wieder besser. Über einen kurzen Firngrat erreichen wir in der Morgensonne den Gipfel. Nice!

Über den Westgrat, entlang von Sicherungsstangen und einzelnen Fixseilen steigen wir ab. Bereits im Aufstieg haben wir uns entschieden in Richtung Fafleralp abzusteigen. Der früher begangene Abstieg von der Wetterlücke über den Wetterlückegletscher bei P. 2862m vorbei und hinunter auf den Breithorngletscher ist infolge des starken Gletscherschwunds und den vielen Spalten nicht mehr zu empfehlen. Kurz vor der Wetterlücke seilen wir uns südlich des Westgrats auf den Inner Talgletscher ab. Halten uns stets an dessen östlichem Rand und queren auf Schafspfade unterhalb der Burstspitza in die Glaserbalma hinein, wo wir über Grashänge direkt das Inners Tal erreichen und schliesslich auf der Fafleralp ankommen.

Die Verhältnisse waren dank dem Schneefall der Vortage optimal. Hat dieser doch geholfen, die von der Klimaerwärmung arg erschütterte Chervet-Rippe für uns zusammenzuhalten. Eine schöne, einsame Tour mit abenteuerlichem Charakter.


Alexander Gammeter, Oktober 2016



Dieser Tourenbericht ist auch im 111. Jahresbericht 2015-2016 veröffentlicht.
Zum Jahresbericht -hier!


©  Philipp Bührer

Ansprechende Kletterei im oberen Teil der Rippe
Foto: © Ph. Bührer / Fotoalbum siehe hier!


©  Alexander Gammeter

Ansprechende Kletterei im oberen Teil der Rippe
Foto: © A. Gammeter / Fotoalbum siehe hier!

©  Philipp Bührer

Problemloser Bergschrund / Foto: © Ph. Bührer / Fotoalbum siehe hier!

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