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Wanderparadies Südafrika
Im Küstenstreifen des Greater Addo Elefant Park, zwischen Port Elizabeth und Port Alfred, erstreckt sich der
atemberaubend schöne Alexandria Hiking Trail. Die zweitägige Wanderung führt durch die zweithöchsten
Wanderdünen der südlichen Hemisphäre. Wer Glück hat, kann von den einsamen Sandstränden aus,
über die der Wanderweg führt, Delphinschulen und Wale beobachten.
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Startpunkt des Alexandria Hiking Trail ist das Woody Cape Office im Greater Addo Elefant Park,
am Eingang der kleinen Ortschaft Alexandria, an der R72 gelegen. Zu erreichen ist das Office
nur mit Privatfahrzeug. Am Vortag unserer Wanderung erhalten wir hier unsere Hiking Permits,
eine Wanderkarte und die Schlüssel für die Woody Cap Hut, in der wir unterwegs übernachten
werden. Da täglich maximal 12 Personen auf der Wanderroute zugelassen sind, reservieren wir
unsere Permits früh im Voraus telefonisch bei SAN Parks (www.sanparks.org; 0027 41 468 09 16).
Im Dezember klettern die Temperaturen an der südafrikanischen Südküste leicht über die
30-Grad-Marke, und gegen Mittag beginnt ein starker Wind vom Meer her zu blasen.
Es lohnt sich daher, früh aufzubrechen. Da die Wanderung streckenweise der Küste entlang
führt, erkundigen wir uns vor Aufbruch im Office nach den Ebbe- und Flutzeiten.
Am ersten Tag haben wir 19,5 km, am zweiten Tag 16,5 km vor uns – Steigung nicht
mitberücksichtigt. Es empfiehlt sich daher, genügend Zeit für die Wegstrecke einzuberechnen.
Grundsätzlich ist der Weg gut ausgeschildert, doch ist die Orientierung insbesondere am
zweiten Tag in den Wanderdünen nicht einfach. Um hier die weit voneinander entfernten
Schilder zu erkennen, lohnt sich ein Feldstecher. Wer will, kann auch ein GPS mitbringen
und im Office die entsprechenden Koordinaten beziehen.
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Bei Sonnenaufgang stellen wir unser Auto auf dem bewachten Parkplatz beim Woody Cape
Office ab. Wir haben insgesamt 11 Liter Wasser und Proviant für 2 Tage dabei.
Der Weg führt uns zuerst über Farmland, dann in einen märchenhaften Wald mit uraltem
Baumbestand und wunderschönen Blumen. Antilopen bringen das dichte Unterholz zum
Knacken, Grillen zirpen, Vögel zwitschern, zahlreiche Spinnennetze spannen sich
über unsern Pfad. Wir erklimmen zwei Hügel, bevor wir auf offenes Grasland stossen
und einen ersten Blick auf den indischen Ozean erhaschen. Nun windet sich der Pfad
durch leicht besiedeltes Landwirtschaftsgebiet den weiss schimmernden Dünen zu,
an deren Fuss die wilden Wellen des Ozeans brechen.
Wir sind alleine unterwegs. Einsam breitet sich vor uns der kilometerlange Strand aus.
Perlmutterfarbige Muscheln, rote Korallen und violette Seeigel liegen an der anfänglich
sandigen Küste, die nach und nach in dunkle Felsen übergeht. Rechtzeitig, bevor uns
die Flut den Weg versperrt, erklimmen wir eine steile Leiter, die vom Strand weg auf
die Klippen führt. Von hier oben haben wir eine herrliche Sicht auf einen Leuchtturm,
der einige Kilometer vor der Küste auf der Bird Island aus dem Meer ragt.
Nach 6 Stunden zügigem Wandern erreichen wir die Woody Cape Hut. Eingebettet in einen
Fynebos-wald
(Flora Addo Park)
thront sie wie ein Adlerhorst über
den Steilklippen. Den ganzen
Nachmittag und Abend sitzen wir auf der grossen Holzterrasse, beobachten Delphinschulen
und Wale, vertreiben freche Affen, die sich hinter unseren Proviant machen, schauen der
Sonne zu, wie sie dunkelrot im Meer versinkt und versuchen, Sternbilder der südlichen
Hemisphäre zu erkennen.
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Am zweiten Tag führt der Wanderpfad von der Küste weg. Schon bald
beginnt er leicht zu steigen und bringt uns mitten in die riesigen
Wanderdünen. Der feine Sand erinnert uns an Triebschnee; wir kommen
teilweise nur mühsam vorwärts. Bevor es wieder in den dichten
Märchenwald geht, den wir vom Vortag kennen, geniessen wir nochmals
den umwerfenden Blick über die Dünen hinweg bis zum Meer.
Der Weg durch den Wald steigt stetig an. Wir sind froh, im Schatten
gehen zu können, denn es ist bereits morgens um 8 Uhr sehr heiss.
Der Boden ist sandig, und überall liegen Muscheln zwischen dem Moos.
Gegen Mittag, nach etwa 5 Stunden Laufzeit, sind wir zurück beim
Woody Cape Office. Unter den schattigen Bäumen des Pick-Nick-Platzes
stossen wir mit unserem restlichen, lauwarmen Wasser auf zwei
fantastische Tage an. Wir sind uns einig: der Alexandria Hiking Trail
ist etwas vom schönsten, das wir je zu Fuss entdeckt haben.
Chantal Delli und Manfred Heini Januar 2010, Pretoria und Bern
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