© AACB, Foto: R.Vogler, Berner Alpenpanorama vom Niederhorn BE
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Walter Feitknechts (1899-1975) Bergfotografie

Walter Feitknecht (1899-1975) war von 1927 bis zu seinem Tod Mitglied des AACB. Auf seinen Touren hat er immer fotografiert. Er hat Aufstiege, Gletscher, Gräte und Gipfel festgehalten und in den Bildern von Kameraden und Hütten auch das AACB-Leben jener Zeit dokumentiert.


Das Fotomaterial
Die frühen Aufnahmen Mitte/Ende der 1920-er Jahre sind auf Glas-Negativen erhalten, die Fotos ab Ende der 1920-er Jahre auf Negativen verschiedener Film-Formate. Insgesamt dominieren Rollfilme 127 mit Negativen 3cm × 4cm. Sie sind mehrheitlich mit einer Faltenbalg- bzw. Klapp-Kamera entstanden, die Walter Feitknecht vermutlich in den 1930-er Jahren erwarb und die bis in die späten 1950-er Jahre in Gebrauch stand. Es dürfte sich um eine Fotokamera vom Typ Zeiss-Ikon „Baby“ Ikonta 520/18 gehandelt haben, mit der sich pro Film jeweils 16 Aufnahmen 3 x 4 cm machen liessen. Sie hatte die Masse 72 x 100 x 32 mm (geschlossen, aufgeklappt 80 mm), wog 340 Gramm und liess sich deshalb mühelos auf Bergtouren mitnehmen.


Die Fotosammlung
Die Nachkommen haben die Fotosammlung von Walter Feitknecht samt Copyright der Schweizerischen Nationalbibliothek (Graphische Sammlung) geschenkt und die konservatorische Erschliessung finanziell unterstützt. In der Sammlung der Foto-Abzüge können einzelne Bilder zu finden sein, die von anderen AACB-Mitgliedern stammen. Die inhaltliche Detailerschliessung ist noch zu leisten und könnte z.B. im Rahmen einer Masterarbeit erfolgen. Interessierte AACB-Mitglieder können sich zur Einsichtnahme (oder gegebenenfalls für eine Erschliessungs-Arbeit) mit der zuständigen Mitarbeiterin der Schweizerischen Nationalbibliothek, Fr. C. Beutler, in Verbindung setzen (Email Adresse bitte beim Webmaster anfragen, siehe: Impressum).


Foto: © Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung, Slg. Feitknecht    Foto: © Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung, Slg. Feitknecht

Wer war Walter Feitknecht?
Walter Feitknecht, Sohn des Schüpfener Pfarrer-Ehepaars Samuel Albert Feitknecht (1862-1924) und Rosa Magdalena Feitknecht-Gfeller (1862-1926) besuchte das Gymnasium in Bern und studierte an der Universität Bern als Schüler von Volkmar Kohlschütter (1874-1938) Chemie. 1922 schloss Walter Feitknecht sein Studium mit dem Doktorat ab. Er verbrachte 1924/25 mit einem Stipendium des Ramsay Memorial Fellowship Trust – so benannt nach dem englischen Chemie-Nobelpreisträger 1916, Sir William Ramsay – ein Jahr in London, wo er an der Royal School of Mines arbeitete. 1930/1931 hielt er sich mit einem Austauschstipendium Schweiz-USA ein Jahr an der Universität Pittsburgh auf. 1930 wurde er Privatdozent und 1936 Professor für Chemie an der Universität Bern. Er beschäftigte sich ausgiebig mit Manganoxiden, und zu seinen Ehren wurde ein Mangan-Mineral „Feitknechtit“ getauft. Er gehörte zu den Pionieren des Elektronenmikroskops in der Schweiz: einer der ersten Apparate stand Mitte der 1940er-Jahre in dem von Walter Feitknecht geleiteten anorganisch-chemischen Institut der Universität Bern. Im Studienjahr 1955/1956 war Walter Feitknecht Dekan der phil.-nat. Fakultät, 1962/1963 Rektor der Universität Bern. 1969 trat er in den Ruhestand.

Der Bergsteiger im AACB
Walter Feitknecht war von schmächtiger Statur und hatte deshalb den Übernamen „Binggeli“. Dieser übername wurde zu seinem Markenzeichen, sowohl im AACB als auch bei den Studierenden, die sich noch nach Jahrzehnten an seine Chemie-Vorlesungen mit ihren Knalleffekten erinnerten. Walter Feitknecht konnte es auch bei körperlichen Leistungen mühelos mit Grösseren und Kräftigeren aufnehmen, und im AACB war er ein geschätzter Tourenkamerad bei anspruchsvollen Klettereien in den Engelhörnern oder bei hochalpinen Gipfelbesteigungen. Unter anderem führte er die erste führerlose Winterbesteigung des Matterhorns durch. Zu seinen engsten Freunden gehörten u.a. Wolfgang Diehl, Arnold Gassmann und Daniel Chervet, der Pate seines Sohns Christoph (1937-1993), der seinerseits ein engagiertes AACB-Mitglied war.


Thomas Feitknecht    Bern, Oktober 2012

Foto: © 
Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung, Slg. Feitknecht


Copyright © der Bilder
Schweizerische Nationalbibliothek, Graphische Sammlung, Slg. Feitknecht

Verweise
Das Inventar des Foto-Archivs Walter Feitknecht ist online in der Datenbank Scope der Schweizerischen Nationalbibliothek erfasst: Fotoarchiv Feitknecht

Schweizerische Nationalbibliothek

Galerie Album: Feitknechts Bergfotografie

Mehr zur Kamera Zeiss Ikon Ikonta "Baby": Camerapedia, Emtus

Das Mineral "Feitknechtit": Mineralienatlas.de und Mineralien-ch.ch

Nachruf im AACB-Jahresbericht 1975

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