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Proyecto Cerro Rabón - eine Expedition in den mexikanischen Untergrund
20. Februar - 12. März 2008

Manche mögen Berge von aussen und von innen

Östlich von Huautla de Jimenez im Bundesstaat Oaxaca erstreckt sich das Kalkplateau der Sierra Mazateca und bricht dann als eindrückliche, mehrere hundert Meter hohe Felswand gegen die Tiefebene des Golfes von Mexiko ab.
Während der nördliche Bereich bis in Höhenlagen von etwa 1500 m bevölkert und bewirtschaftet ist, sind die höher gelegenen Gebiete im Süden von Urwald bewachsen und praktisch unbewohnt. Der Cerro Rabón ist ein von weit her sichtbarer Gipfel an der Südkante des Massivs und gab dem vor mehr als 20 Jahren begonnenen internationalen Höhlenforschungsprojekt seinen Namen. In dem über 100 km2 grossen stark verkarsteten Gebiet gibt es kaum Oberflächengewässer - und das bei jährlichen Niederschlägen um die 5 Meter! Das Regenwasser verschwindet sofort im Untergrund und hinterlässt ein löcheriges Paradies für Höhlenforscher.

Der grösste Teil unserer Gruppe reist von Tuxtepec, einer Stadt auf der Ostseite des Massivs her an um einzukaufen, während die übrigen von Westen her über Huautla nach San Jose Tenango fahren, um dort die nötige Bewilligung einzuholen. In beiden Fällen folgt anschliessend eine Holperfahrt per Camioneta und dann ein paar Stunden Fussmarsch auf glitschigen Saumpfaden bis nach San Martin Caballero hinauf. Auf dieser letzten Etappe helfen uns Maultiere unser Gepäck samt Esswaren für 3 Wochen zu tragen. In der Nähe des Dorfes haben wir wie schon bei früheren Expeditionen ein leer stehendes Haus gemietet, das uns während der Expeditionen als Hauptquartier und dazwischen als Materiallager dient.
Leider ist das Blechdach schon etwas in die Jahre gekommen und nicht mehr ganz wasserdicht. Dafür haben wir trotz Trockenzeit bald genügend Regenwasser für unsere Wasserversorgung.

Bereits am ersten Tag, als wir den Weg in unser Forschungsgebiet mit der Machete freilegen und mit dem GPS zwei von früheren Expeditionen her bekannte Höhlen suchen, finden wir unverhofft einen wunderschönen, unbekannten, über hundert Meter tiefen Schacht. Neuland! Das Seilstück, das wir schnell aus dem Eingang der Nachbarhöhle holen, ist natürlich viel zu kurz und gestattet nur einen Blick in das viel versprechende Loch. Ein paar neugierige Kolibris geben ihm seinen Namen: Kolibrisschacht oder Nita Tondsín auf Mazatekisch. Am nächsten Tag sind wir mit 200 m Seil, den Vermessungsgeräten und dem Fotoapparat zurück. Spätestens jetzt hat uns alle das Forschungsfieber gepackt.

Während der folgenden 3 Wochen erkunden, vermessen und dokumentieren wir verschiedene weitere Höhlen in diesem wunderschönen Urwaldgebiet. Der tiefste Punkt, den wir dabei erreichen, liegt 830 Höhenmeter tiefer als der Eingang und das Ende dieser Höhle ist noch nicht in Sicht. Leider ist unsere Zeit für dieses Jahr schon um. Wir kommen bestimmt wieder!

Mehr zum Projekt: www.cerro-rabon.org
Impressionen der Expedition: www.cerro-rabon.org/2008/photos/index.htm

Sybille Kilchmann (AACB Kandidatin) zusammen mit 9 weiteren Höhlenforschern und ihren Kindern aus der Schweiz und aus Frankreich

   
 
Die Sierra Mazateca, Foto: © Sybille Kilchmann

Die Sierra Mazateca

Vorbereitungen im Wald  , Foto: © Sybille Kilchmann

Vorbereitungen im Wald

 , Foto: © Sybille Kilchmann

Abseilen

 
   
 
Ein gemütlicher Picknickplatz, Foto: © Sybille Kilchmann

Ein gemÜtlicher Picknickplatz

   
 
	Noch ein Loch , Foto: © Sybille Kilchmann

Noch ein Loch. Ob das wohl weiter geht da unten?

 
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